Benjamin Scheuer
© Astrid Ackermann

In Benjamin Scheuers Musik dreht sich alles um direkt erfahrbare Sinnlichkeit und Humor. Freude am Musizieren und die Suche nach ungewöhnlichen Klängen sind ihm ein ständiger Antrieb - dabei tun sich durchaus einmal Abgründe auf, es darf aber auch gerne gelacht werden. Im Alltag gefundene Klänge werden als Objekte direkt auf der Bühne präsentiert oder als Aufnahmen zugespielt: Hier gilt stets Scheuers Ansatz der "Live-Elektrik" - elektronische Klänge werden immer mit den einfachsten und billigst möglichen Mitteln erzeugt. Denn nicht die Technik, sondern der Mensch mit seiner Stimme, in seiner Individualität und Fehlbarkeit steht im Zentrum seines Interesses.
Scheuer studierte in Hamburg und Karlsruhe, es folgte die Promotion in Freiburg. Er wirkt als freischaffender Komponist und Lehrbeauftragter in Mainz und Trossingen. Für seine Arbeit erhielt er zahlreiche Preise, etwa den Stuttgarter Kompositionspreis, den Hindemith-Preis, den Schneider-Schott-Musikpreis, den 1. Preis der Basel Composition Competition und den Busoni-Preis der Akademie der Künste Berlin. Mit dem Verein Musiker ohne Grenzen e.V. engagierte er sich regelmäßig in Ecuador.